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5 Min. LesezeitAktualisiert: Erstmals veröffentlicht: Juni 2026

Umwandlungsanspruch: bis zu 40 % der Pflegesachleistung für Alltagshilfe nutzen

Mit dem Umwandlungsanspruch bezahlen Sie ab Pflegegrad 2 Alltagshilfe aus nicht genutzter Pflegesachleistung. Wie viel das je Pflegegrad ist und was es für Ihr Pflegegeld bedeutet.

Geplante Änderung ab 2027 (Stand: 13. Oktober 2026)

Die Bundesregierung hat am 30. September 2026 den Entwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Danach soll der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Bei Pflegegrad 2 bis 5 soll ein Sozialraumbudget von bis zu 175 € im Monat an seine Stelle treten. Es gilt nur für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, Reste sollen sich nicht ins Folgejahr übertragen lassen. Der Umwandlungsanspruch soll entfallen. Ob Restbeträge aus 2026 im Jahr 2027 noch nutzbar sind, ist offen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Bis dahin gilt das hier beschriebene Recht. Was die Reform für Sie bedeuten würde

Was ist der Umwandlungsanspruch?

Mit dem Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XI dürfen Sie bis zu 40 % Ihres monatlichen Budgets für ambulante Pflegesachleistungen für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwenden.

Das gilt ab Pflegegrad 2 und nur für den Teil des Budgets, den Sie nicht für einen Pflegedienst brauchen.

Wie viel ist das konkret?

Die 40 % sind eine Obergrenze. Nutzen können Sie höchstens den Teil, der nicht schon für einen Pflegedienst verplant ist. Zusammen mit dem Entlastungsbetrag ergeben sich diese Höchstbeträge:

PflegegradSachleistung / Monatmax. 40 %+ EntlastungsbetragObergrenze gesamt
Pflegegrad 2796 €318,40 €131 €449,40 €
Pflegegrad 31.497 €598,80 €131 €729,80 €
Pflegegrad 41.859 €743,60 €131 €874,60 €
Pflegegrad 52.299 €919,60 €131 €1.050,60 €
Obergrenzen auf Basis der ambulanten Sachleistungsbeträge (Stand 2026). Nutzbar ist höchstens der ungenutzte Rest, bestätigt durch die Pflegekasse.

Was heißt das in Stunden und Einsätzen?

Bei 44,00 € pro Stunde entspricht die Obergrenze bei Pflegegrad 3 rund 16,6 Stunden Hilfe im Monat, bei Pflegegrad 5 rund 23,9 Stunden. Das ist keine Zusage: Entscheidend ist, wie viel von Ihrem Sachleistungsbudget tatsächlich übrig bleibt.

Greifbarer wird es in Einsätzen. Ein Einsatz dauert 2,5 Stunden und kostet 110,00 €. Die Obergrenze bei Pflegegrad 2 von 449,40 € reicht für 4 Einsätze im Monat, zusammen 440,00 €. Das ist etwa jede Woche ein Einsatz, zu einer festen Zeit und möglichst mit derselben Person.

Die Bedingungen dafür: mindestens Pflegegrad 2, ein tatsächlich ungenutzter Teil des Sachleistungsbudgets und die Bestätigung durch Ihre Pflegekasse. Beziehen Sie Pflegegeld, sinkt es dann anteilig (siehe unten).

Im Kostenrechner tragen Sie deshalb selbst ein, wie viel voraussichtlich ungenutzt bleibt. Den tatsächlichen Betrag bestätigt Ihre Pflegekasse.

PflegegradObergrenzegedeckte EinsätzeRhythmus
Pflegegrad 2449,40 €4 Einsätze (440,00 €)jede Woche
Pflegegrad 3729,80 €6 Einsätze (660,00 €)jede Woche, dazu 2 weitere Einsätze im Monat
Pflegegrad 4874,60 €7 Einsätze (770,00 €)jede Woche, dazu 3 weitere Einsätze im Monat
Pflegegrad 51.050,60 €9 Einsätze (990,00 €)zweimal pro Woche, dazu ein weiterer Einsatz im Monat
Einsätze von 2,5 Stunden zu 110,00 €, gerechnet auf die Obergrenze. Unverbindlich. Nutzbar ist höchstens der ungenutzte Rest, bestätigt durch die Pflegekasse.

Was passiert mit dem Pflegegeld?

Das betrifft Sie, wenn Sie Pflegegeld bekommen. Die Umwandlung zählt dann wie eine Pflegesachleistung. Es gelten die Regeln der Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI. Ihr Pflegegeld sinkt um den Anteil der Sachleistung, den Sie umwandeln.

Ein Beispiel für Pflegegrad 2 ohne Pflegedienst (Stand 2026): Die Sachleistung beträgt 796 € im Monat, das Pflegegeld 347 €. 4 Einsätze im Monat kosten 440,00 €. Ist der Entlastungsbetrag noch frei, trägt er 131 €. Die übrigen 309,00 € werden umgewandelt.

Das sind rund 38,8 % der Sachleistung. Das Pflegegeld sinkt deshalb um rund 134,70 € auf rund 212,30 € im Monat. Einen Eigenanteil zahlen Sie für die Einsätze dann nicht, Sie bekommen aber weniger Pflegegeld.

Wer die vollen 40 % umwandelt, bekommt noch 60 % des Pflegegelds. Den Entlastungsbetrag betrifft das nicht: Er kürzt das Pflegegeld nicht.

PositionBetrag
4 Einsätze im Monat (etwa jede Woche ein Einsatz)440,00 €
davon über den Entlastungsbetrag131,00 €
davon über die Umwandlung309,00 €
Anteil an der Sachleistung (796 €)rund 38,8 %
Pflegegeld ohne Umwandlung347,00 €
Pflegegeld mit Umwandlungrund 212,30 €
Rechenbeispiel Pflegegrad 2 mit Pflegegeld, ohne Pflegedienst (Stand 2026). Unverbindlich. Die genauen Beträge berechnet Ihre Pflegekasse.

Worauf Sie achten sollten

Sprechen Sie die Umwandlung mit Ihrer Pflegekasse ab. Was Sie umwandeln, steht einem Pflegedienst im selben Monat nicht mehr zur Verfügung. Beziehen Sie Pflegegeld, sinkt es anteilig.

Rechnen Sie deshalb vorher nach, ob sich die Umwandlung für Sie lohnt. Den genauen Betrag nennt Ihnen Ihre Pflegekasse.

Häufige Fragen

Nein. Der Umwandlungsanspruch gilt nur ab Pflegegrad 2, weil es bei Pflegegrad 1 keine ambulanten Pflegesachleistungen gibt. Bei Pflegegrad 1 nutzen Sie den Entlastungsbetrag.

Höchstens 598,80 € im Monat, also 40 % der Sachleistung. Nutzbar ist aber nur, was nicht schon für einen Pflegedienst verplant ist. Zusammen mit den 131 € Entlastungsbetrag liegt die Obergrenze bei 729,80 €. Das reicht für 6 Einsätze von je 2,5 Stunden (660,00 €). Den genauen Betrag bestätigt Ihre Pflegekasse (Stand 2026).

Ab Pflegegrad 2 rechnerisch ja. 4 Einsätze im Monat (etwa jede Woche ein Einsatz) kosten 440,00 €, und die Obergrenze aus Entlastungsbetrag und Umwandlung liegt bei Pflegegrad 2 bei 449,40 €. Voraussetzung: Ein Teil Ihres Sachleistungsbudgets bleibt ungenutzt, und Ihre Pflegekasse bestätigt den Betrag. Beziehen Sie Pflegegeld, sinkt es dann anteilig. Bei Pflegegrad 1 gibt es keinen Umwandlungsanspruch.

Ja, wenn Sie Pflegegeld beziehen. Die Umwandlung zählt dann wie eine Pflegesachleistung, und das Pflegegeld sinkt um denselben Anteil (Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI). Ein Beispiel für Pflegegrad 2 ohne Pflegedienst (Stand 2026): Bei 4 Einsätzen im Monat trägt der Entlastungsbetrag 131 €. Die übrigen 309,00 € werden umgewandelt, rund 38,8 % der Sachleistung. Das Pflegegeld sinkt dann von 347,00 € auf rund 212,30 €. Den Entlastungsbetrag betrifft das nicht. Er kürzt das Pflegegeld nicht.
Dieser Beitrag dient der Orientierung und ist keine verbindliche Rechts- oder Leistungsauskunft. Was Ihre Pflegekasse erstattet, hängt von Ihrem Fall ab.

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